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25.01.2017

erstellt von Sonja Dietz

Beispiel Videoproduktion: Wie digitale Start-Ups Märkte erobern

Guido Breunung moderiert beim cologne IT summit_ das Diskussionspanel „Digitale Start-Ups für das Innovationsmanagement erfolgreich nutzen". Mit uns teilte der studierte Germanist und Politologe im Interview seine spannenden Gedanken zu diesem Thema.

 

Früher belächelten die Big Player kleine StartUps. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, oder?

Das kann ich nur bestätigen. Nehmen wir beispielhaft den Bereich Videoproduktion: Vor zehn Jahren war AVID der Mercedes unter den Schnittprogrammen und kam vorwiegend bei Sendern und Großprojekten im Einsatz. Der kleine Bruder "Final Cut" war eher für das "Alltägliche" gedacht. Dann kam ein zunächst nicht ernst genommenes drittes Programm auf dem Markt: Premiere. 

Heute ist Final Cut vom Markt, Avid lässt sich das Gnadenbrot bei den TV-Sendeanstalten schmecken und Premiere beherrscht den Markt im Agenturgeschäft. Warum? AVID ruhte sich zu lange arrogant auf seiner Marktführerschaft aus und Final Cut erwies sich als zu träge, um auf neue Trends im Markt zu reagieren. Premiere wurde von Adobe aufgekauft und sinnvoll in ein bestehendes Portfolio mit Photoshop und After Effects integriert. Ein Bundle, das seinesgleichen sucht.... Ähnliche Entwicklungen finden sich auch in anderen Branchen, in denen die großen Dampfer die kleinen wendigen Startups unterschätzten und dann eines besseren belehrt wurden. 

Warum sind Startups sind für das Innovationsmanagment von unterschiedlichsten Branchen essentiell? 

Warum das so ist, lässt sich ebenfalls sehr gut beispielhaft am Bereich der Filmproduktion erläutern. Früher waren es kleine Tools wie Encodingprogramme, die das Produktionserleben erleichterten, heute sind es zahlreiche und leicht bedienbare Apps

Einen Innovationsschub in unsere Branche löste natürlich auch das Smartphone, aus, das für kleine Filmsequenzen für das Online-Marketing eine sinnvolle Facette in die Video-Content-Produktion gebracht hat. Vorausgesetzt, man weiß, wie’s geht. 

Zusammen mit den zahlreichen und verhältnismäßig kostengünstigen Apps wie Timelapse oder Animation Creator können echte kleine Hingucker produziert werden. StartUps, die auf diese neuen Möglichkeiten zurückgreifen und damit hochwertige Lösungen produzieren, haben die Branche nachhaltig verändert. 

Was bedeutet dieser Wandel für Agenturen?

Produktionsfirmen müssen sich ständig neu erfinden. Der klassische Imagefilm ist tot. Es leben kurze, knackige Formate für die unterschiedlichsten Kommunikationsaufgaben. Agenturen wie wir denken nicht mehr in Filmen, sondern in Kampagnen und deren Prinzipien. 

Die Vielzahl der Devices und der Aktionsflächen, in der Nutzer mit Bewegtbild in Verbindung kommen, erfordern unterschiedlichste Kommunikationslösungen. Diese beherrschen wir und können unsere Kunden zukunftsfähig beraten. Das Smartphone erweitert dabei unseren Produktionshorizont. 

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Zwar produzieren wir auf der einen Seite hochwertigste Filme, die visuell begeistern und betreiben dies mit Liebe zum Detail. Auf der anderen Seite gilt es aber auch häufig, schnell und kosteneffizient kurzen, knackigen Content für das Online-Marketing zu erstellen.  

Inzwischen unterstützen wir unsere Kunden mit Beratung und Workshops aber auch dabei, guten Video-Content selbst produzieren zu können. Themen wie die redaktionelle Jahresplanung oder Workshops in punkto Videoproduktion und Video Marketing sind im Moment sehr gefragt. Für Produktionsfirmen ist es wichtig, diesen Mix zu beherrschen und den Kunden professionell beraten zu können.

Wagen wir zum Abschluss noch den Blick in die Glaskugel: Wohin bewegt sich der Markt in den nächsten zehn, zwanzig Jahren?

Das ist natürlich schwer zu sagen. Ich denke, dass Filmsequenzen in den unterschiedlichsten Spielarten eine noch bedeutendere Rolle spielen werden, als es heute schon der Fall ist. 

Um mal ein paar Beispiele zu nennen: 360 Grad-Videos und Augmented-Reality stecken heute noch in den Kinderschuhen, aber in diesen Bereichen sehe ich große Potentiale. Weiterhin denke ich, dass viel mehr "live" kommuniziert wird. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Und wer als Unternehmen in Zukunft weiter erfolgreich sein möchte, der muss heute, auch in Bewegtbild, investieren. 

 


Zur Person

Guido Breunung arbeitete nach seinem Germanistik- und Politikstudium in Köln zunächst journalistisch und redaktionell für die Deutsche Welle, bevor er 2001 die Videoproduktions- und Kommunikationsagentur domstadt.tv gründete, die er seither als geschäftsführender Gesellschafter leitet.

Durch die Verbindung hoher Produktionsqualität mit technischem Know-how und innovativen Kommunikationsstrategien ist die domstadt.tv GmbH heute zu einem der führenden Anbieter für die Videoproduktion von Unternehmen und Verbänden gewachsen. Seit 2012 verantwortet Guido Breunung zudem als Pressesprecher die Kommunikation der Corporate TV Association e.V.. Weitere Infos gibt es hier