30.12.2017

erstellt von #citsum

Blockchain: Definition, Vor- und Nachteile

Die Blockchain-Technologie sorgt aktuell in den unterschiedlichsten Industriezweigen für Gesprächsstoff. Beim cologne IT summit_ wird sie daher zu einem der Kernthemen gehören. Aber was ist eine Blockchain und was macht sie für die verschiedenen Einsatzgebiete so besonders? Eine Spurensuche. 

Blockchain: Was ist das? Eine Definition

Blockchain – hinter diesem Begriff versteckt sich eine relativ neue Technik zur verteilten Verwaltung, Speicherung und Validierung von Daten. Anders als in herkömmlichen Speichermodellen sind die Daten einer Blockchain nicht zentral abgelegt, sondern auf vielen verschiedenen Servern gespeichert. 

Im übertragenen Sinne kann man sich die Blockchain wie eine Kette von Daten-Blöcken vorstellen, die miteinander verknüpft sind und bei Bedarf automatisiert Daten austauschen. Die Datenbank kann chronologisch linear erweitert werden, wobei immer nur am Ende neue Elemente hinzugefügt werden. Daher auch der Begriff "Blockchain": "Blockkette". 

Wo kann die Blockchain zum Einsatz kommen?

Auf der Grundlage der Blockchain-Technologie können verschiedenste technische Netzwerke zum Beispiel via Internet zuverlässig miteinander kommunizieren. Das macht vielfältige Anwendungen denkbar. Nicht nur Kryptowährungen wie Bitcoin können über dezentrale Netze relativ sicher gesteuert werden, sondern auch viele alltagsbezogene Geschäftsvorgänge.

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Der diesjährige cologne IT summit_ steht unter dem Motto „ZUKUNFT GESTALTEN“! 
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Ein Beispiel aus dem Bereich der Kautions- oder Mietregelungen: Angenommen, ein Kunde eines Autohauses bleibt eine Rate innerhalb eines Leasingvertrags schuldig, werden umgehend die Türschlösser seines Wagens gesperrt, weil im Hintergrund der Computer der zuständigen Bank mit der Datenbank des Autohauses kommuniziert und den Zahlungsverzug gemeldet hat. Der Rechner des Autohauses nimmt drahtlos Kontakt mit dem Auto auf, das umgehend die Schotten dicht macht. 

Ein anderes Beispiel sind Lösungen für lokale Energienetze, in denen eine Waschmaschine mit einem Solardach die Lieferung von Energie verhandelt und selbstständig abrechnet. Die Vielfalt der Anwendungsbereiche, in der die Technik ohne menschliches Zutun mit Technik kommuniziert und selbstständig Geschäftsabläufe abwickelt, ist schier unbegrenzt. Das wird in Zukunft viele Prozesse leichter und effizienter steuerbar machen.

Ist die Blockchain sicher? 

Ein weiterer Pluspunkt, der mit der Blockchain einhergeht, ist ihre Datensicherheit. Cyber-Angriffe auf die neue Technologie machen aus heutiger Sicht praktisch keinen Sinn. Das Geheimnis liegt in der dezentralen Ablage der Daten und den kryptographischen Verfahren, die zwischen den einzelnen Recheneinheiten der Blockchain zum Einsatz kommen. 

Das Prinzip: Jeder Block enthält eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks. Mit dieser kann die Integrität von Daten überprüft werden, die innerhalb der Blockchain von Block zu Block transferiert werden. 

Das funktioniert wie folgt: Die Prüfsumme wird vom Sender-Block gemeinsam mit den Daten übertragen. Der Empfänger-Block berechnet nun aus den empfangenen Daten nach dem gleichen Verfahren die Prüfsumme und vergleicht diese mit der übertragenen Prüfsumme des Senders. Unterscheiden sie sich, liegt ein Übertragungsfehler vor. Sind sie identisch, ist die Nachricht mit hoher Wahrscheinlichkeit korrekt übertragen worden.

Um an ein Gesamtpaket an Informationen zu kommen, müssten von Hackern zwischen den einzelnen Datenpaketen unzählige Rechenaufgaben bearbeitet werden, die nur durch häufiges Ausprobieren gelöst werden können. Hier stoßen Cyberkriminelle klar an ihre Grenzen.  

Gut möglich, dass die neue Technologie also die Gefahr von Cyber-Attacken in Zukunft minimiert. Gut wäre es. Die Sicherheit der herkömmlichen zentralen Datenablagen schwindet nämlich zusehends. Hacker lassen sich immer perfidere Tricks einfallen, um unerlaubt Daten einzusammeln. 

IT-Security: Unternehmen falten die Hände im Schoß

Ins Visier nehmen Online-Täter häufig insbesondere geschäftskritische Bereiche. Die Zahlungsströme einer Organisation zum Beispiel. Sind die Technologien, über die geschäftliche Transaktionen vorgenommen werden, nicht angemessen gesichert, haben Cyberkriminelle leichtes Spiel.
 

Und dass abgezapfte Euros noch einmal zurückgeholt werden können, ist so gut wie aussichtslos. Cyberkrimininelle verwischen ihre Spuren genauso schnell, wie sie den Angriff verüben. Laut Erhebungen brauchen Angreifer für das Auslesen von Daten nur Minuten, während die Erkennung der Angriffe mitunter Monate in Anspruch nimmt. Bis dahin sind die Cyber-Attentäter längst in den Untiefen des World Wide Web verschwunden. 

Die Sicherheitslecks kleiner und mittelständischer Unternehmen

Die Problematik ist zwar bekannt, viele Unternehmen reagieren aber nicht angemessen darauf. Laut dem „Cisco Annual Security Report 2016“ sank die Zahl der Unternehmen mit einer optimalen Sicherheits-Infrastruktur, die sich auf dem neuesten Stand befindet, von 2014 auf 2015 sogar um zehn Prozent. 

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen entpuppten sich als Sicherheits-Schwachstelle. Abzuwarten, bis es die Blockchain-Technologie richten wird, ist allerdings kein guter Rat. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Technik in allen Branchen marktreif ist. 

Einen Überblick über den Stand der Dinge wird Wolfgang Prinz, Professor an der RWTH Aachen und stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer FIT, beim nächsten cologne IT summit_ geben. In einem Vorab-Interview lieferte er uns bereits spannende Einsichten in das Thema Blockchain. Wie sich Unternehmen in der Zwischenzeit effizient vor den Gefahren aus dem WWW schützen können, wird ebenfalls Thema bei dem jährlichen Wirtschaftskongress sein. Nicht ohne Grund: Handeln tut Not!